Nora Imlau und ihre Töchter

Schlaflernprogramme SIND ein feministisches Thema

… nur auf andere Weise als ihr denkt!

Das hier ist eine Premiere: Heute veröffentliche ich hier nämlich einen Text, den ich nicht selbst geschrieben, aber selbst aus dem Englischen übersetzt habe. Weil ich ihn so gut und so wichtig finde, und weil ich mir wünsche, dass er auch im deutschsprachigen Raum Verbreitung findet. Der Artikel stammt von der kanadischen Psychologin und Bloggerin Tracy Cassels, die an der University of British Columbia gerade an ihrer Doktorarbeit über kindliche Empathieentwicklung durch elterliche Feinfühligkeit schreibt – lustigerweise also genau an der Uni, an der ich vor neun Jahren selbst studierte. Tracy ist eine der bekanntesten Stimmen einer neuen, liebevollen Elternbewegung in Nordamerika, die sich „Evolutionary Parenting“ nennt – evolutionsbewusste Elternschaft, könnte man das etwas holprig übersetzen. Gemeint ist damit genau das, wofür auch ich selbst einstehe: Ein liebevoller Blick aufs Kind, bei dem die Eltern verstehen, wie sich die Menschheitsgeschichte im Verhalten ihres Kindes wiederspiegelt – um es dann  zugewandt und bindungsorientiert ins Leben zu begleiten.

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Die Sache mit der Rückenlage

Bild: Geburt in Rückenlage
Zeichnung von Stefan Bachmann aus „Das Geburtsbuch. Vorbereiten – Erleben -Verarbeiten“

Wenn Frauen im Fernsehen Kinder kriegen, dann liegen sie dabei meist im Bett. Die Beine hochgelagert, den Oberkörper angewinkelt, das Gesicht ganz verzerrt von Schmerz und Anstrengung. Die Macht solcher Bilder ist nicht zu unterschätzen: Wer damit aufwächst, denkt irgendwann nahezu automatisch, dass Gebären eben so ist. Auch ich ging während meiner ersten Schwangerschaft ganz automatisch davon aus, dass ich mein Baby liegend und im Bett kriegen würde. Weil man das eben so macht. Im Geburtsvorbereitungskurs staunte ich deshalb nicht schlecht, als wir die verschiedenen Geburtspositionen durchgingen und meine Hebamme übers Kinderkriegen im Liegen die folgenden geflügelten Hebammenworte verlor: „Die Rückenlage ist die ungünstigste Geburtsposition nach dem Kopfstand.“

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Warum Reboarder kein Teil von Attachment Parenting sind

Stellt Euch vor: Ich kenne Eltern, die haben ihr über alles geliebtes Baby im Auto gänzlich ohne Babyschale mitgenommen. Sie legten die Kleine einfach in die Liegewanne ihres Kinderwagens, befestigten diese so gut es eben ging mit den Gurten auf der Rückbank und legten mit ihr auf diese Weise viele tausend Autobahnkilometer zurück. Können das bedürfnisorientierte Eltern gewesen sein? Oh ja, sage ich, und ich muss es wissen: Die Eltern waren nämlich meine, und das Baby in dem Kinderwagenoberteil war ich.
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