Nora Imlau und ihre Töchter

Warum Impfen und „Attachment Parenting“ für mich perfekt zusammen passen

Als meine älteste Tochter ein Baby war, ging ich mit ihr zu einer Kinderärztin, die uns unsere Hausgeburtshebamme empfohlen hatte. In ihrer Praxis herrschte eine wunderbar heimelige Atmosphäre: im Wartezimmer gab es bunte Seidentücher und einen Waldorf-Spielständer statt bunter blinkender Plastik-Spielzeuge, und praktisch alle Mütter, die sich dort einfanden, trugen ihre Babys im Tragetuch, gaben ihnen die Brust und wickelten mit Stoffwindeln. Die Ärztin selbst war eine ausgesprochen warmherzige, liebevolle Person, die unser Baby mit großer Vorsicht untersuchte – von der typischen Hektik großer Kinderarztpraxis keine Spur. Ich hatte das Gefühl: Hier sind wir in guten Händen. Erst als meine Tochter etwa ein halbes Jahr alt war, fiel mir plötzlich auf, dass die Ärztin bislang ja noch kein Wort über Schutzimpfungen verloren, geschweige denn eine Spritze gesetzt hatte. War jetzt nicht langsam mal Zeit dafür? Eine schnelle Internet-Recherche ergab: Laut empfohlenen Impfplan wären die ersten Impfungen sogar schon lange dran gewesen! Ich hatte davon nur irgendwie nichts erfahren. Als ich unsere Ärztin darauf ansprach, reagierte sie höchst verwundert: Bei einer Mutter wie mir – die ihr Baby zu Hause bekommt, die es lange und nach Bedarf voll stillt, und die zu jeder Untersuchung mit dem Tragetuch kommt – sei doch wohl davon auszugehen, dass ich auch Impfkritikerin sei.

Das gehöre doch schließlich alles zusammen. Der bindungsorientierte Umgang mit dem Baby und das Schonen und Schützen seines kleinen Immunsystems gingen doch schließlich Hand in Hand – weshalb sie niemals Kinder vor dem ersten Geburtstag impfe.

In der Woche darauf wechselten wir die Kinderarztpraxis, und unsere Tochter bekam nach und nach alle empfohlenen Schutzimpfungen. Denn unsere alte Kinderärztin hatte Unrecht: Längst nicht alle Eltern, die sich für den bindungsorientierten Weg entscheiden, sind deshalb auch gegen das Impfen. Im Gegenteil: Vielen „Attachment Parenting“-Familien ist der Impfschutz ihrer Kinder ganz besonders wichtig – ebenso wie das Autofahren im Reboarder und andere Maßnahmen, die nachweislich die Gesundheit ihrer Kinder schützen.

Und trotzdem hält sich das Bild hartnäckig: „Attachment Parenting“-Eltern, das sind doch die, die lange stillen und tragen und in riesigen Familienbetten schlafen – und die ihre Kinder nicht impfen lassen.

Das Voruteil hält sich hartnäckig:
„Attachment Parenting“-Eltern?
Das sind doch diese Ökos, die ihre Kinder nicht impfen lassen!

„Attachment Parenting“ als Sammelbecken für Impfkritiker: Ist das nur ein Vorurteil, eben dieses Öko-Eltern-Klischee? Nicht ganz: Es ist tatsächlich nicht von der Hand zu weisen, dass sich in bindungsorientierten Kreisen überdurchschnittlich viele Eltern tummeln, die der Schulmedizin im Allgemeinen und Schutzimpfungen im Besonderen mehr als skeptisch gegenüber stehen. Und so kommt es, dass etwa in entsprechenden Eltergruppen auf Facebook ganz schnell der Eindruck entstehen kann, eine gewisse Impf-Skepsis gehöre hier ebenso zum guten Ton wie Tragetuch, Familienbett und Reboarder. In vielen dieser Gruppen sind Diskussionen zum Thema Impfen deshalb mittlerweile sogar verboten – so heftig gingen Mütter und Väter in der Vergangenheit dabei aufeinander los.

Doch woran liegt das, dass ausgerechnet in bedürfnisorientierten Kreisen die Debatte um das Impfen immer wieder so heftig und emotional hochkocht?

Ich sehe dafür vor allem einen Grund: Wir „Attachment Parenting“-Familien sind eine viel diversere Gruppe als die meisten von uns annehmen. Und das kann zu heftigen persönlichen Enttäuschungen führen – dann nämlich, wenn der von uns so geschätzte Clan auf einmal ganz anders reagiert als wir es erwarten und erhoffen. Denn wenn wir uns in bedürfnisorientierten Stillgruppen, Krabbelkreisen und Eltern-Communities im Internet mit anderen Müttern und Vätern austauschen, dann geht es dabei nur oberflächlich um die Frage der richtigen Windeln oder der besten Beikost. In Wirklichkeit geht es uns darum, Gleichgesinnte zu finden.  Schließlich sind wir Menschen aus evolutionsbiologischer Sicht eine kooperativ aufziehende Art und brauchen dringend andere Menschen, die uns auf unserem Weg als Eltern unterstützen. Und in unserer modernen Welt erfüllt diese Funktion oft unser „Online-Clan“, also eine virtuelle Gemeinschaft von Eltern, die ein ähnliches Wertesystem leben wie wir selbst.

Und jetzt kommt der Knackpunkt: Wir gehen also ins Internet und stoßen auf eine Gruppe, in der alle alles ähnlich zu machen wie wir selbst. Mit unserem Stillen, Tragen, Co-Sleeping und so weiter fühlen wir uns plötzlich nicht mehr als Aliens, sondern als Teil einer Wertegemeinschaft. Und gehen automatisch davon aus, dass die Menschen in dieser Gruppe auch in anderen Fragen mit uns auf einer Linie sind. Etwa in der Impf-Frage. Und dann stellen wir plötzlich fest: Auch hier, in unserem sicheren Hafen, in unserem eigenen Clan, gibt es Menschen, die unsere Impf-Entscheidung für geradezu un-ver-ant-wort-lich halten und auch nicht davor zurück scheuen, uns genau das zu sagen. Ein Angriff mitten in unserem Schutzraum, von Menschen, die doch eigentlich gleich ticken wie wir! Klar, dass da die Gefühle schnell mit uns durchgehen.

Andere „Attachment Parenting“-Familien zu finden, ist ein Glück.
Doch es heißt noch lange nicht, dass sie in der Impf-Frage genauso ticken wie wir.

Um zu verstehen, was genau da passiert, müssen wir uns deshalb bewusst machen, wer sich alles von der „Attachment Parenting“-Philosophie und den entsprechenden Elterngruppen im Internet angezogen fühlt. Da sind zum Beispiel:

- Die Rebellen, die gerne gegen den Strom schwimmen und stolz darauf sind, im Mainstream verbreitete Handlungsmuster kritisch zu hinterfragen. Alle schieben Kinderwagen? Ha, ich trage! Alle stillen maximal ein halbes Jahr? Ha, mein Kind kriegt drei Jahre die Brust! Alle impfen brav wie der Kinderarzt es empfiehlt? Ha, ich habe meinen eigenen Kopf und fälle lieber meine eigene Impf-Entscheidung als stupide der breiten Masse zu folgen!

- Die Bullerbü-Romantiker, die sie sich von dem Ideal der sich liebevoll kümmernden Mutter angesprochen fühlen. Die eigenen Kinder sollen eine schöne, heile Kindheit haben, geborgen und geliebt aufwachsen, und nicht so früh mit den Härten der Welt konfrontiert werden. Deshalb geht es auch frühestens mit vier in den Kindergarten – ein natürlicher Schutz vor allen möglichen Kinderkrankheiten!

- Die Ökos, für die das Attachment Parenting eine logische Fortsetzung ihrer grünen Überzeugungen ist. Sie haben sich schon immer für Nachaltigkeit und die Zukunft unseres Planeten interessiert und haben dementsprechend eine Affinität zu veganer Ernährung, Stoffwindeln und einer Elternschaftsphilosophie, die ganz ressourcenschonend auf Präsenz statt viel Baby-Equipment setzt. Impfungen empfinden sie oft als „unnatürlich“ und deshalb von zweielhaftem Nutzen.

- Die Spirituellen, die daran glauben, dass Mutter Natur für uns Menschen sorgt und dass sich unser Schicksal ohnehin nicht von uns beeinflussen lässt. Statt Schutzimpfungen setzen sie lieber auf Vertrauen ins Leben.

- Die Alternativen, die aus der schulmedizinkritischen Ecke zum Attachment Parenting kommen: In der Schwangerschaft sind sie Ärzten schon bewusst aus dem Weg gegangen, zur Geburt hatten sie ausschließlich Hebammenbegleitung (oder gar keine), ihre Gesundheit vertrauen sie lieber Heilpraktikern und alternativen Heilungsmethoden an als Schulmedizinern und ihren Hammer-Medikamenten. Sie haben eine hohe Affinität zur Homöopathie, Akupunktur und anderen alternativen Heilmitteln und sind überzeugt davon, dass Schutzimpfungen das empfindliche Gleichgewicht des Körpers schädigen und aus der Balance bringen. Die Menschen, die sie auf ihrem alternativmedizinischen Weg begleiten, bestätigen sie darin.

- Die Weltverbesserer, die aus der gesellschaftskritischen Ecke zum Attachment Parenting kommen. Sie sagen: In unserer Welt geht vieles schief, weil wir Menschen die falschen Prioritäten setzen und uns mehr Gedanken um die Zukunft unserer Ökonomie als um die unserer Kinder machen – wir wollen es besser machen! Und wenn Schutzimpfungen dazu beitragen, dass unsere Kinder zu seelisch und körperlich gesunden Erwachsenen werden, die die Welt ein Stückchen besser machen – dann her damit!

- Die Kopfmenschen, die sich intensiv damit befasst haben, welcher Umgang mit Babys und Kindern für deren Entwicklung am vorteilhaftesten sind und die dabei herausgefunden haben, dass es aus entwicklungspsychologischer und neurologischer Sicht für Kinder nichts besseres gibt als in ein bindungs- und beziehungsreiches Familienleben, in dem Nähe und Respekt selbstverständlich sind. Und weil immunologische Studien ebenso eindeutig belegen, dass Schutzimpfungen sicher und empfehlenswert sind, lassen diese Eltern ihre Babys mit der selben Überzeugung impfen wie sie sie stillen, tragen und nicht schreien lassen.

- Die Anthros, die sich der Lehre Rudol Steiners zugetan fühlen, sich bevorzugt in Waldorf-Spielgruppen tummeln und dort mit auf den Weg bekommen, dass Kinderkrankheiten wichtige Reifungsschritte einleiten, die durch Schutzimpfungen keinesfalls unterbunden werden sollten.
- Die Bauchgefühl-Menschen, die einfach alles im Umgang mit ihrem Baby „nach Gefühl“ machen und irgendwann feststellen, dass das, was sie da machen, einen Namen hat: Attachment Parenting. Ebenso intuitiv entscheiden sie in der Impf-Frage. Und weil es sich für die allermeisten Eltern nachvollziehbarerweise besser anfühlt, ein Baby nicht pieksen zu lassen, schieben sie die Impf-Entscheidung häufig erstmal auf.

- Die Überzeugungstäter, die eine starke Meinung zu allem haben, was sie tun, und sich dann gerne Studien und Expertenaussagen zusammensuchen, die diese untermauern. Wie ihre Impf-Entscheidung ausfällt, ist höchst verschieden – aber sie wird in jedem Fall mit großer Vehemenz vertreten, ebenso wie alle „Attachment Parenting“-Bausteine auch.

Natürlich erhebt diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit, und es länge mir fern, nun sämtliche bindungsorientierten Familien in meinem Umfeld in eine dieser Schubladen einzusortieren, zumal es garantiert auch jede Menge Misch-Typen gibt. Warum also dann diese Typologie? Einzig und allein um zu zeigen: Wir „Attachment Parenting“-Familien mögen auf den ersten Blick viel gemeinsam haben – wir sind aber im Grunde genommen sehr unterschiedlich. Das Besondere am Attachment Parenting ist jedoch, dass es extrem verschiedene Menschen an einem Ort zusammen bringt. Ein Mensch, der eine sehr rationale, wissenschaftliche, evidenzbasierte Weltsicht hat, würde sich im Normalfall wohl eher nicht mit jemandem aus der alternativmedizinisch-spirituellen Ecke zusammen tun – in der Stillgruppe sitzen diese beiden Menschen aber plötzlich nebeneinander. Die eine Person, weil sie weiß, dass Stillen tausenden Studien zufolge die optimale Säuglingsernährung ist, die andere, weil ihr Gefühl und ihre Heilpraktikerin ihr gesagt haben, dass Stillen eine ganz besondere körperliche und seelische Verbindung zum eigenen Kind ermöglicht. In „Attachment Parenting“-Gruppen treffen also die unterschiedlichsten Menschen und Philosophien aufeinander, deren kleinster gemeinsamer Nenner lautet: Wir wollen bedürfnisorientierte Eltern sein.

Bricht in einer solchen Gemeinschaft dann wieder einmal eine Impf-Diskussion aus, geht es in Wahrheit also nicht um die Schutzimpfungen an sich als um die Frage: Wer hat hier die Deutungshoheit über unseren Weg, Elternschaft zu leben? Bin ich hier in einem Clan, der Schulmedizin ablehnt, oder in einem, der sie als existenziell wichtig erachtet? Definiert sich mein Clan darüber, sich auf die eigene Intuition zu verlassen, oder auf wissenschaftliche Studien? Oder kann in unserem Clan auch beides nebeneinander stehen?

Wir „Attachment Parenting“-Familien sind eine große, diverse Gruppe, zu der radikale Impfgegner ebenso dazu gehören wie glühende Impf-Befürworter.
Was sie eint ist, dass sie das Beste für ihre Kinder wollen.
Was sie trennt ist die Frage, ob Schutzimpfungen zu diesem Besten dazugehören.

Für mich persönlich ist klar: Nur weil ich mit meinen Kindern bedürfnisorientiert umgehe und bei uns in der Babyzeit die typischen „Attachment Parenting“-Insignien Tragetuch, Familienbett und nun sogar Stoffwindeln nie weit sind, heißt das noch lange nicht, dass ich auch Schutzimpfungen ablehne – im Gegenteil. Ich bin überzeugt davon, dass verantwortungsvolle Elternschaft manchmal auch bedeutet, gegen das eigene Bauchgefühl zu handeln. Nämlich immer dann, wenn wir vor einer Entscheidung stehen, auf die wir evolutionär nicht vorbereitet sind – wie etwa die zwischen einer Spritze, die mein Baby jetzt zum Weinen bringt, und der abstrakten Gefahr einer möglicherweise gefährlichen Krankheit.

Es gibt Entscheidungen, die fühlen sich falsch an und sind trotzdem richtig.
Meine Kinder impfen zu lassen zählt für mich zu diesen Entscheidungen.

Konkret heißt das: Natürlich fällt es auch mir schwer, meinen kleinen Sohn festzuhalten, während ihm eine Nadel ins Bein gepiekt wird woraufhin er losschreit wie noch nie zuvor in seinem Leben. Doch für mich gibt es keinen Grund, den vielen tausend Studien zu misstrauen, die eindeutig belegen, dass für das einzelne Baby, aber auch für uns als Gesellschaft die sichere Entscheidung ist zu impfen als nicht zu impfen. (Und nein, die Website oder das YouTube-Video der Wahrheit, in den Kommentaren gepostet, wird an dieser Überzeugung nichts ändern – ich verlasse mich da lieber auf so vertrauensvolle Ratgeber wie etwa meinen Freund und Kollegen Dr. Herbert Renz-Polster, selbst Wissenschaftler und Kinderarzt und einer der bedürfnisorientiertesten Menschen, die ich kenne.)

„Attachment Parenting“ und Impfen gehen wunderbar zusammen.
Schließlich geht es bei beidem darum, dass unsere Kinder gesund und sicher groß werden.

Mir ist bewusst, dass meine Argumente die Impf-Kritiker in unseren „Attachment Parenting“-Reihen nicht vom Impfen überzeugen werden. Das ist okay, denn andere Eltern zu misssionieren war nie mein Ziel. Aber es ist mir wichtig, gerade den Eltern, die impfen, zuzurufen: Lasst euch von den Impfgegnern im „Attachment Parenting“-Lager nicht abschrecken und lasst sie Euch vor allem nicht davon abhalten, Euch selbst mit der „Attachment Parenting“-Idee zu identifizieren. Denn auch wenn es bei uns „Attachment Parenting“-Eltern viele Impfkritiker gibt – mehr als in anderen Elterngruppen, so viel ist gewiss – gibt es auch hier ganz viele Eltern wie mich, die vom Nutzen schützender Impfungen überzeugt sind. Nicht zu impfen ist also weder ein Bestandteil der „Attachment Parenting“-Philosophie, noch ein Grund, sich als besonders bedürfnisorientierte Familie zu fühlen. Denn „Attachment Parenting“ und Impfen gehen wunderbar zusammen, wie das Beispiel meiner eigenen Familie und das vieler, vieler anderer Eltern zeigt: Für uns gehört der Impfschutz zum geborgenen Aufwachsen genauso dazu wie das Stillen, das Tragen und das Niemals-Schreienlassen. Schließlich ist unser größter Wunsch und wichtigstes Ziel, dass unsere Kinder körperlich und seelisch gesund und geschützt großwerden. Und wenn Schutzimpfungen dabei helfen – umso besser!

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15 Kommentare zu “Warum Impfen und „Attachment Parenting“ für mich perfekt zusammen passen”

  1. Michaela sagt:

    Herzlichen Dank für diesen Artikel!!!! Auch bei uns passt beides sehr gut zusammen. Meine beiden „Still- und Traglinge“ sind geimpft und was habe ich mir für Sorgen gemacht dass sie (ein Extremfrühchen und ein frühes Frühchen) sich in ihren ersten Monaten, noch vorm Impfen durch den löchrigen Herdenschutz eine schwere Krankheit holen.

  2. maxi sagt:

    Hallo. Witziger Artikel. Aber ich wüsste gerne, welche immunologi schen Studien eindeutig belegen, dass Impfungen einen Gesundheitsvoeteil gegenüber Nicht -Impfen haben. Sind dies Studien der Impfstoffhersteller oder Doppelblindstudien? Ich kann da leider keine finden. Quellenangabe wäre nett und hilfreich. Danke maxi

  3. Anonymous sagt:

    Hallo Nora,

    danke für diesen Artikel und deine klare Meinung für das Impfen!

    Ich habe in meinem Berufsalltag einige Kindern gesehen die schwere Einschränkungen und Beeinträchtigungen erlitten haben, weil sie nicht geimpft waren. Sie haben alles verlernt und verloren was sie bis dahin gelernt hatten und konnten. Die betroffenen Familien haben viel Leid erfahren, was mich tief betroffen gemacht hat und mich tief bewegt hat.
    Erinneren kann ich mich an ein Kind, das eine Impfschaden erlitten hat, die Zahl der Menschen die eine Behinderung haben aufgrund fehlender Impfungen ist leider subjektiv empfunden sehr viel höher.

    Die Krankeheiten gegen die man impft können i.d.R schwere gesundheitliche Folgen haben, wenn man daran erkrankt. Eine Impfreaktion kann ebenso schwere Folgen haben. Persönlich bin ich der Meinung die Möglichkeit das alles gut geht und Kinder geschützt sind am größten sind, wenn man sie impfen lässt…stellt man es gegenüber ist das Risiko Erkrankung/ Impfschaden in beiden Fällen dramatisch bzw. schwerwiegend. Daher erscheint mir die Impfung als einzige Chance darauf, das es einfach gut geht und die Kinder sich prächtig entwickeln…

    LG

  4. Jana Marie sagt:

    Liebe Nora,
    Dummerweise habe ich mich bei meinem Kommentar mit den Feldern vertan und meine Emailadresse unter Website eingetragen – würdest Du sie bitte nicht veröffentlichen – sonst bekomme ich sicher Post von Impfgegnern :) ! Vielen dank!!

  5. Anonymous sagt:

    Liebe Nora,
    Vielen Dank für diese klare und wichtige Stellungnahme! Auch ich werde mein innig geliebtes, gestilltes, getragenes Baby, das gerade gemütlich auf meinem Bauch schläft, bald impfen lassen, weil ich es für richtig halte. Für mein Baby, um es vor potentiell gefährlichen Erkrankungen zu schützen (nein, Masern sind nicht harmlos) und für alle anderen Kinder und Menschen, um die Herdenimmunität zu erhalten.
    Ich bin dankbar für den Schutz den Impfungen bieten und finde das hervorragend damit vereinbar eine Bauchgefühl-Attachement-Parenting Mutter zu sein. Wie schön, dass Du und die anderen Kommentatoren hier das auch so sehen!
    Und – auch ich bin Ärztin aus Liebe für meine Patienten und ihre Gesundheit und kann die Anschuldigungen die unserem Berufsstand entgegenbracht werden manchmal kaum ertragen.

  6. Sera sagt:

    Ich bin Erzieherin in der Krippe und begleite viele Kinder in die Einrichtung. Oftmals höre ich Kollegen pauschalisierend negativ über Attachment Parenting reden. Auch sie haben dabei vor allem das Klischee der Impfgegner als Hauptfeindbild auf dem Schirm. Dass die Realität nicht so aussieht, zeigt dein Artikel sehr deutlich und tatsächlich haben wir mehr geimpfte Kinder als ungeimpfte im Haus. Einige von ihnen sind getragen, gestillt und familiengebettet sogar lange über die Krippenzeit hinaus.
    Ich habe selbst lange getragen und meine Kleine schläft in meinem Bett, wenn sie das möchte. Ich habe auch sehr gerne gestillt, jedoch nie lange, weil mein Körper das nicht stemmen konnte. Meine Große wäre übrigens ohne die „böse Schulmedizin“ keine 14 Tage alt geworden und ich bin absolut Pro Impfen. Dass ich mich trotzdem als Attachment Parenting Mutter sehe, bestätigt die Aussage: die Gruppe ist von großer Diversität. Danke für den offenen Blick auf das Thema.

  7. Amaya sagt:

    Danke für den Beitrag! Wir tragen, schlafen im Familienbett, machen BLW, lassen niemals schreien, stillen hoffentlich noch lange, geben keinen Schnuller und keine Ersatzmilch. Aber wir impfen, haben auch einen Kinderwagen und benutzen Wegwerfwindeln :P

    Wir waren aber auch mal verunsichert wegen den ganzen Impfkritikern und haben deshalb extra nochmal intensiv nachgeforscht und haben keine belegbaren, seriösen Quellen gefunden, die wirklich gegen das Impfen sprechen. Wir sind beide Informatiker und ich habe viel Bezug zur Pharma und Krankenhäusern und hatte auch im Studium eine gute Portion Bio, Chemie, Physiologie, usw. Daher ist für mich dieser Bereich nichts Unbekanntes. Ich weiß, dass nicht alle für die böse Pharma arbeiten oder von ihr bezahlt werden, ich weiß dass die böse Pharma gar nicht so böse ist und dass die Dinge die falsch laufen nicht so sind, wie es sich die Impfkritiker vorstellen. Denn natürlich ist auch da nicht alles super, aber nicht weil uns alle vergiften und krank machen wollen. Aber es ist wohl schwierig das zu verstehen, wenn man nicht so vertraut damit ist und auch nie gelernt hat wissenschaftlich zu arbeiten und Studien zu lesen, Statistiken zu verstehen und Unfug zu erkennen (den es natürlich auch in Studien gibt). Das schaffen auch viele nach einschlägigem Studium immer noch nicht.

  8. Zesyra sagt:

    Sehr schöner Artikel, danke. Wir sind auch eher Kopfmenschen (und wie ich vorgestern bloggte: einfach faul) und ja, wir impfen. Manchmal scheint man sich dafür schon fast verteidigen zu müssen. Nur gegen Rota haben wir uns nach Rücksprache mit 2 Ärzten entschieden, aber wäre unsere Situation anders würden wir das vielleicht auch impfen lassen.

  9. Anonymous sagt:

    Die 2 Dinge passen bei mir auch sehr gut zusammen! Auch mich macht der Trend zum Nicht-impfen traurig und ängstlich beim Gedanken an wehrlose Mäuschen, wie zum Beispiel kranke Kinder und Erwachsene oder meine eigene 3-monatige Tochter.
    Vielen Dank für diesen Artikel!

  10. Britta sagt:

    Danke! Das hat mir sehr geholfen.

  11. Lena sagt:

    Hihi, Dein Artikel lässt sich 1:1 auf unerzogen übertragen und auf das Freilernen erst recht – mit den gleichen Argumenten. Ich musste sehr grinsen. Sehr wahr! Danke dafür.
    LG
    Lena

  12. Aus tiefstem Herzen: DANKE für diesen Artikel!

  13. Katharina sagt:

    Liebe Nora,
    Als erstes muss ich einmal sagen: ich finde deine Arbeit toll und bemerkenswert, auch wenn es ein paar wenige Dinge gibt, denen ich kritisch gegenüber stehe (für mich ist die Vorstellung einer Hausgeburt z.B. ganz schrecklich ;) ). Alles in allem bin ich aber vor allem mit dem Thema Attachment Parenting völlig deiner Meinung.
    Dass du jetzt über das Impfen geschrieben hast, finde ich toll, wichtig und mutig. Ich bin Ärztin und mich macht der Trend des nicht-impfens tatsächlich sehr wütend und auch traurig. Ich bin würde ich sagen sehr ausgeglichen und finde absolut, dass Menschen für sich selbst entscheiden sollen und dürfen, wenn sie ausreichend aufgeklärt sind. Ich habe deinen Artikel gelesen und mich gefragt, ob es mich tatsächlich deswegen so bewegt, weil ich das Gefühl habe dass mein online-Clan nicht meiner Meinung ist, also quasi mein sicherer Hafen Gleichgesinnter. Aber das ist es nicht. Ich bin emotional, weil ich selbst zwei kleine Kinder habe, von denen eines noch keine Lebendimpfung bekommen kann. Der Trend macht mir Angst, dass meine Kinder sich anstecken, dass ein immunsupprimiertes Kind sich ansteckt, dass Viren, die schon längst hätten ausgerottet werden können, wieder auf dem Vormarsch sind. Kinderärzte sind zurecht unglaublich stolz auf das Instrument der Impfungen, es ist eine wahnsinnig tolle Entdeckung. Was hätten unsere Vorfahren gegeben, eine Impfung gegen zB Polio zu besitzen? Es ist so schade, und es ärgert mich, dass Kinder einer unnötigen Gefahr ausgesetzt werden, sich anstecken können und der Herdenschutz nicht mehr richtig funktioniert. Die Debatte ist ein heißes Eisen in der Tat, aber so wichtig. Aufklärung ist wichtig. Und bitte, Leute, glaubt nicht alles, was YouTube Videos euch zeigen. Das ist Propaganda und manipuliert Menschen auf pseudowissenschaftliche Weise ganz übel. Ich hoffe so, dass wenigstens ein paar Eltern durch deinen Beitrag noch einmal nachdenken und vielleicht mit ihrem Arzt reden und sich alles noch einmal erklären lassen. Ach, und Nein (!!), es werden nicht alle Ärzte von der Pharmamafia bezahlt. Unser Berufsstand ist verbunden mit einem langen und schweren Studium mit einer Vielzahl an unbezahlten Praktika und am Ende landet man in einer Klinik und muss eine unheimliche Verantwortung schultern. Es ist Leidenschaft, Faszination und Liebe zu den Menschen und der Natur die die allermeisten von uns antreibt. Bitte lasst eure Kinder impfen! Danke Nora für den Beitrag.

    • Nora Imlau sagt:

      Liebe Katharina,
      danke für Deinen Kommentar. Die Vorstellung einer Hausgeburt für Dich persönlich schrecklich zu finden, kollidiert übrigens überhaupt nicht mit meiner Einstellung, dass für mich (!) mein eigenes Zuhause der beste Geburtsort ist. Eine Meinungsverschiedenheit haben wir erst, wenn Du als Ärztin Deinen Patientinnen sagst, das Hausgeburten unverantwortlich und irre gefährlich sind und am besten verboten werden sollten. :)

      Ansonsten gebe ich Dir recht, dass die Emotionen bei diesem Thema so hochkochen liegt nicht nur daran, dass beide Seiten in dem Streit gefühlt ihr Clan im Stich lässt, es schwingt auch immer die Angst um unsere eigenen Kinder mit.

      Und klar, das Vorurteil, das Ärzte von der Pharmaindustrie bezahlt werden, ist unterste Schublade …

      Alles Gute Dir!
      Nora

    • Anonymous sagt:

      Wahre Worte, Frau Kollegin :-)