Nora Imlau und ihre Töchter

Mein Statement zu #NichtinmeinemNamen

Bild: Eine natürliche Geburt aus Beckenendlage
Zeichnung von Stefan Bachmann aus „Das Geburtsbuch. Vorbereiten – Verstehen – Verarbeiten.“

Ein Kind stirbt nach einer außerklinischen Geburt. Und seine Hebamme wird wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt.

Kein Wunder, dass bei einer solchen Gemengelage schnell die Emotionen hochkochen – vor allem bei anderen Hebammen sowie Müttern, die selbst außerklinisch geboren haben. Auch ich als dreifache Hausgeburtsmutter habe, als ich zum ersten Mal von dem Fall gehört habe, spontan ein Gefühl von Mitleid und Solidarität der verurteilten Hebamme gegenüber gespürt: Da widmet eine Frau ihr Leben der Begleitung selbstbestimmter Geburten und kommt dann in den Knast, weil keine Geburtshilfe hundertprozentig sicher sein kann – so war mein erster Gedanke.

Seitdem habe ich mich intensiv mit dem Fall der verurteilten Hebamme und Ärztin Anna Rockel-Loenhoff befasst. Dabei habe ich nicht nur unzählige Medienberichte gehört, angesehen und gelesen, sondern auch das Urteil des Landesgerichts Dortmund selbst durchgearbeitet, das vor Kurzem vom Bundesgerichtshof bestätigt wurde. Durch diese intensive Auseinandersetzung mit dem Tod der kleinen Greta hat sich meine Einschätzung des Falles stark verändert. Meine ursprüngliche Bestürzung über die Verurteilung Anna Rockel-Loenhoffs wich der Fassungslosigkeit darüber, wie eine Hebamme und Ärztin so verantwortungslos arbeiten kann, wie es die Verurteilte  nicht nur im tragischen Fall der kleinen Greta, sondern auch in der Betreuung anderer Schwangerer und ihrer Babys getan hat.

Heute bin ich deshalb überzeugt: Die Verurteilung von Anna Rockel-Loenhoff war nicht das Ergebnis einer modernen Hexenjagd und auch kein Angriff auf die außerklinische Geburtshilfe oder die freie Wahl des Geburtsorts. Im Gegenteil: Durch das Urteil wurde die professionelle außerklinische Geburtshilfe gestärkt! Denn im Namen des Volkes wurde nicht etwa die verantwortungsvoll praktizierenden Hausgeburtshilfe verurteilt, sondern eine einzelne Person, die sich in gottgleicher Manier über sämtliche Regeln verantwortungsvoller Geburtsbegleitung hinweg setzte und sich so am Tod eines Kindes unmittelbar schuldig machte. Sich als Hebamme oder als Hausgeburtsmutter mit Anna Rockel-Loenhoff zu solidarisieren, heißt deshalb, sich hinter eine Frau zu stellen, die vor Gericht nachweislich nicht nur gelogen hat, sondern die auch jahrelang ihre eigene Vorstellung von Geburt über die Gesundheit und Sicherheit werdender Mütter und ihrer Kinder stellte. Sich vor die Verurteilte zu stellen heißt also letzlich nichts anderes, als sich dagegen zu positionieren, dass auch Geburtshelfer in der außerklinischen Geburtshilfe Verantwortung übernehmen müssen für die Sicherheit von Mutter und Kind, genau wie ihre klinisch arbeitenden Kolleginnen und Kollegen auch.

Dieses Urteil sollte gerade für Hausgeburtsmütter und Hebammen ein Anlass sein, selbstkritisch zu hinterfragen, wofür wir eigentlich stehen wollen. Blinde Solidarität hilft niemandem.

Ich weiß, dass viele Artikel, Blogeinträge und Medienberichte die Theorie von der Verurteilung einer armen Unschuldigen stützen. Ich weiß, wie bestechend die Argumente der Gegner einer Verurteilung Anna Rockel-Loenhoffs gerade für Hausgeburts-Fans wie mich selbst wirken. Ich habe mich selbst in den Bann von Reportagen wie dem WDR-Bericht „Das tote Kind“ ziehen lassen und in der Folge lange Zeit auf einen Freispruch gehofft. Doch nun, nach Lektüre des Urteils, ist mir klar geworden: Die These, bei dem Prozess ginge es letztlich um einen Kampf der Weltanschauungen, um einen Krieg zwischen klinischer und außerklinischer Geburtshilfe, ist in erster Linie ein von Rockel-Loenhoffs Anwälten geschickt orchestriertes Ablenkungsmanöver gewesen. Ein ausgesprochen erfolgreiches übrigens: Hausgeburtsmütter und Hebammen aus Deutschland und anderswo solidarisierten sich mit der Angeklagten, demonstrierten vor dem Gerichtsgebäude für die Freiheit der Geburtshilfe und sammelten Spenden für die angeklagte und nun verurteile Geburtshelferin. Sie bestärkten sich gegenseitig in ihrer Wahrnehmung, dass der ganze Prozess ein abgekartetes Spiel sei. Kein Wunder, dass noch heute viele aufgebrachte Mütter in Diskussionen um das Gerichtsurteil die immer gleichen Argumente ins Feld führen:

Dass der Richter entlastendes Beweismaterial gar nicht erst zugelassen hätte.
Dass die Gutachter offensichtlich in der klinischen Geburtshilfe verhaftet und deshalb befangen gewesen seien.
Dass die Stimmung im Gerichtssaal laut Prozessbeobachtern offen feindseelig gegenüber der Angeklagten gewesen sei.
Dass Richter und Staatsanwälte bei Rockel-Loenhoffs Ausführungen teilweise die Augen verdreht und gar nicht richtig zugehört hätten.
Dass mit Gretas Lunge von vornherein etwas nicht in Ordnung gewesen wäre.
Dass es doch kein Zufall sei, dass parallel zur Schwächung der außerklinischen Geburtshilfe durch steigende Haftpflichtprämien nun auch eine Ikone der Hausgeburtsszene in einem Schauprozess zu Fall gebracht würde.

Wer sich das ganze Urteil durchliest – Achtung, es ist sehr lang, sehr detailreich und insbesondere für Mütter im Wochenbett (wie mich selbst) teilweise sehr belastend zu lesen – kommt schnell zu dem Schluss, dass an den meisten dieser Vorwürfe nichts dran ist. Und dass die Vorwürfe, die zutreffen, nichts daran ändern, dass Anna Rockel-Loenhoff zurecht verurteilt ist. Denn das Urteil spiegelt nicht etwa nur die Meinung eines einzelnen Richters oder Anwalts nieder. Nein, es listet detailliert all die Gutachten, Beweise und Zeugenaussagen auf, die letztlich zu der Verurteilung geführt haben. Es zeigt, dass sehr wohl alle Beweise vor Gericht zugelassen worden sind – auch von Anna Rockel-Loenhoff persönlich in Auftrag gegebene Gutachten und Gewebeanalysen vermochten sie nicht zu entlasten. Vor allem aber beweisen die vielen Zeugenaussagen in dem Urteil, dass die Gerichtsverhandlung eben kein Schauprozess und auch kein abgekartetes Spiel war. Stattdessen wird klar, wie Anna Rockel-Loenhoff immer wieder gezielt die Unwahrheit sagte und außerdem mehrere Versuche unternahm, Zeugen zu manipulieren. Und schließlich tritt aus den vielen Berichten ihre Grundüberzeugung zutage: Dass keine natürliche Geburt irgendwelcher medizinischer Interventionen bedarf, weil Kinder, die nicht ohne medizinische Hilfe zur Welt kommen können, ohnehin nicht lebensfähig seien.

Natürlich liest sich das Urteil an manchen Stellen für Kennerinnen der außerklinischen Geburtshilfe wie mich auch befangen, das will ich gar nicht in Abrede stellen: Wenn davon die Rede ist, dass die verantwortungsvolle Geburtshilfe stets ein Dauer-CTG erfordere oder wenn behauptet wird, Mekoniumabgang bedeute immer Stress beim Kind (gerade bei BEL-Geburten stimmt das nicht!), schüttle auch ich innerlich beim Lesen mit dem Kopf. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass die gesamte über 200 Seiten lange Urteilsschrift glasklar aufzeigt, dass die Theorie von der Verurteilung einer armen, unschuldigen Geburtshelferin  eine gefährliche Verschwörungstheorie ist. Denn die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache:

Anna Rockel-Loenhoff hatte mindestens zwei weitere Todesfälle bei von ihr begleiteten Geburten schlicht nicht gemeldet, um sie zu vertuschen.
Anna Rockel-Loenhoff hatte Gretas Eltern nicht über die Risiken einer außerklinischen BEL-Geburt aufgeklärt und damit zu einer mündigen Entscheidung befähigt, sondern ihnen nur dazu geraten, sich mit den Risiken besser gar nicht erst auseinander zu setzen.
Anna Rockel-Loenhoff hat Eltern gesagt, dass sie im Zweifelsfall in nahegelegene Kliniken verlege, was eine glatte Lüge war: Sie hatte seit vielen Jahren keine einzige von ihr begleitete Geburt in eine Klinik verlegen lassen.
Anna Rockel-Loenhoff hat sich bereits vor Gretas Tod bei mehreren Hausgeburten auf haarsträubende Weise über die – teilweise von ihr selbst formulierten – Grundregeln einer sicheren Geburtshilfe hinweggesetzt und damit bewusst das Leben von ihr begleiteter Mütter und ihrer Babys aufs Spiel gesetzt.

Erst nach der Lektüre dieses Urteils wird ersichtlich, wie manipulativ viele Medienberichte über den Fall waren und wie geschickt Anna Rockel-Loenhoff nach wie vor versucht, sich – etwa durch ein YouTube-Interview mit Dagmar Neubronner, das auf YouTube zu sehen ist – als Opfer zu inszenieren. Und viele Verfechterinnen der selbstbestimmten Geburt nehmen ihr diese Inszenierung ab, weil sie so gut in unser Weltbild passt – welche Hausgeburtsmutter hat nicht selbst schon die ungerechte Vorverurteilung unserer mündigen Entscheidung für eine sichere, selbstbestimmte außerklinische Geburt erlebt?

Doch, und das möchte ich all denen sagen, die sich nun mit Anna Rockel-Loenhoff solidarisieren: Gretas Geburt war keine selbstbestimmte Hausgeburt, bei der tragischerweise etwas schief lief.
Gretas Geburt war eine durch und durch fremdbestimmte Hotelgeburt, bei der ein Kind lebend zur Welt kam und kurz danach starb, weil seine Hebamme es nicht für notwendig hielt, rechtzeitig einen Notarzt zu rufen.
Gretas Mutter – eine Erstgebärende, die ihr Baby mit Anna Rockel-Loenhoffs Hilfe aus Beckenendlage spontan zur Welt bringen wollte – wurde nach einem Blasensprung in der Nacht von ihrer Hebamme über 12 Stunden allein gelassen. Sie wurde weder begleitet noch unterstützt noch still beobachtet während ihrer Geburtsarbeit, sie war schlicht allein mit ihrem Mann in einem Hotelzimmer. Und als ihre Hebamme schließlich dazu kam, es der werdenden Mutter sichtbar schlecht ging und eine Hebammenkollegin Anna Rockel-Loenhoff per Handy dringend zur Verlegung in die Klinik riet, wurde der Gebärenden immer noch nicht geholfen. Und als das Baby dann zur Welt kam – schwach, aber noch nicht tot – verzögerte die Hebamme und Ärztin bewusst das Herbeirufen eines Notarztes. Den Grund dafür gab sie selbst zu Protokoll: Sie wollte den Eltern ein behindertes Kind, wie sie es selbst geboren hat, ersparen.

Gretas Eltern wünschten sich eine natürliche Geburt. Noch mehr aber wünschten sie sich ein lebendes Kind. Ihre Hebamme wusste das – und nahm den Tod ihres Babys dennoch billigend in Kauf.

Gretas Eltern hatten Rockel-Loenhoff vor Gretas Geburt gesagt, dass sie sich zwar sehr eine außerklinische natürliche BEL-Geburt wünschen, dass für sie jedoch die Gesundheit von Mutter und Kind das wichtigste sind.

Diese Einstellung deckte sich jedoch nicht mit Anna Rockel-Loenhoffs Ideologie von der natürlichen Geburt als Prüfstein zum Lebensbeginn, nach der nur Babys, die diesen Weg alleine und ohne Hilfe schaffen, auch wirklich lebenstüchtig und lebenswert sind. Diese Ideologie stellte Rockel-Loenhoff vor den Wunsch der Eltern, vor die Regeln verantwortungsvoller Geburtshilfe, und vor das Lebensrecht der kleinen Greta. Sie entschied eigenmächtig, dass der Tod eines Kindes der bessere Ausgang einer Geburt sei als den Eltern ein lebendes, aber möglicherweise schwer behindertes Kind zuzumuten. Und traf all diese Entscheidungen, ohne sich mit den Eltern über ihre Gefühle, ihren Wunsch, ihr Anliegen abzusprechen.
Deshalb lautete das Urteil Totschlag, und nicht fahrlässige Tötung.
Denn ein Totschlag erfordert das billigende In-Kauf-Nehmen des Todes eines anderen Menschen.

Und genau das hat Anna Rockel-Loenhoff bei dieser getan.

Das arme Opfer bei diesem Gerichtsprozess ist deshalb nicht die außerklinische Geburtshilfe, und auch nicht Anna Rockel-Loenhoff.

Das Opfer ist die kleine Greta, die aufgrund der von Anna Rockel-Loenhoff getroffenen Entscheidungen nicht leben durfte. Und deshalb erfolgte die Verurteilung der Hebamme und Ärztin sehr wohl #InmeinemNamen – als Journalistin, als Mutter, vor allem aber als Verfechterin der selbstbestimmten Geburt.

Leipzig, 2. Juli 2016

Nora Imlau

Veröffentlicht unter Aktuelles | Verschlagwortet mit , , , , , , , ,

19 Kommentare zu “Mein Statement zu #NichtinmeinemNamen”

  1. [...] Einschätzung schloß sich die Journalistin und Bloggerin Nora Imlau an, schrieb darüber und bekam erwartungsgemäß Gegenwind: »Guten Tag Frau Imlau, Ich sehe es [...]

  2. DasKleineTeilchen sagt:

    ich denke, einige der hier kommentierenden sollten sich mal den ablauf der ereignisse am 30.06.2008 im detail zu gemüte führen, denn ihren kommentaren nach haben sie das bis jetzt nicht getan. und auch wenn der verlinkte artikel von psiram kommt, sollte das kein hinderungsgrund sein, weder propaganda, noch polemik, sondern schlicht die zusammenfassung aus dem urteil, ohne sarkasmus oder ironie, geschweige denn ein angriff auf HG oder hebammen im allgemeinen:

    https://blog.psiram.com/2016/07/der-fall-rockel-loenhoff-eine-hebamme-und-die-toedliche-brauchtumspflege-teil-2-taeterin-und-tat/

    (ab punkt 4, zitat:

    „Die Einzelheiten dessen, worum es ging, sind im Urteil des Landgerichts Dortmund wie gesagt ab Rz.267 nachzulesen. Eine Kurzfassung wird im Folgenden wiedergegeben. Sie werden gute Nerven dafür brauchen, aber es ist wichtig, sich das zu vergegenwärtigen“

    und ja, man braucht sehr gute nerven…)

  3. agni sagt:

    Vielen Dank für den lange fälligen Kommentar.
    Das was in dem Urteil geschildert wird ist Hybris, ja es grenzt schon an Größenwahn. Ziel kann doch nicht eine ausserklinische Geburt unter allen Umständen sein, unter Inkaufnahme eines Risikos für Kind und Mutter, Ziel sollte immer das bestmögliche Outcome für alle Beteiligten mit möglichst wenig Eingriff sein!
    Wer aber seine Ideologien über das Wohlergehen seiner Patienten/Klientinnen stellt, ja nicht mehr in der Lage ist reflektierte, selbstkritische Entscheidungen zu treffen der wird offensichtlich zur Gefahr für Leib und Leben von noch ungeborenen und deren Müttern. Und der wirft ein schlechtes Licht auf die Qualität in der Geburtshilfe gleich welcher Form. Kritikfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an stets sich neu ergebende Situationen ist in den Gesundheitswissenschaften, der Medizin, der Geburtshilfe unerlässlich.
    Man sagt: Hochmut kommt vor dem Fall, ist schon vielen so gegangen, ganz besonders große chirurgische Koryphäen lieferten gegen Ende ihres Werkens ähnliche Schaudergeschichten ab.
    Besonders erschüttert bin ich vom teils vorbehaltlosen Rückhalt für die o.G.!
    Ich wünschte mir jedoch immer eine Hebamme die frei von Ideologien das beste für mich und mein Kind möchte und auch dementsprechend handelt.

  4. Alena sagt:

    Danke Frau Imlau…endlich wird auch mal die „andere Seite“ angesprochen! Hier geht es nicht um „Hexenverfolgung“ usw., hier geht es um eine Geburtshelferin, die meint über allen zu stehen…
    Das sage ich, liebe Frau Trübner, als Hebamme und 4fach Mutter die auch im Prozess anwesend war!
    Dann lieber keine Hebamme als so eine – so hart es auch klingt!

  5. Maria Arendt sagt:

    Armselig wie Frauen sich gegenseitig angreifen! Greift Ihr hier eigentlich Euch selbst an, weil Ihr Euch nichts wert seid? Würdet Ihr auch so über einen ArztMann sprechen? Hier: Über ein am „richtigen“ Ort zu Tode gekommenes Kind, hoffentlich geht Euch mal auf, wie Ihr mit zweierlei Maß messt:
    Man lese und staune: Über ein zu Tode gekommenes Kind am „richtigen“ Ort!:

    „…
    Petra Gutmann, 49, ist Richterin am Arbeitsgericht in Frankfurt am Main. Der wichtigste Prozess, den sie je geführt hat, ist ihr eigener: Sie hat das Universitätsklinikum Frankfurt verklagt, sie wirft den Ärzten Behandlungsfehler vor, die zu Emils Tod geführt hätten.

    Das Ehepaar Gutmann macht mehrere Ärzte und zwei Hebammen für Emils Tod verantwortlich. Besonders richtet sich die Klage der beiden gegen den Leiter der Geburtshilfe im Uniklinikum, Frank Louwen. Die Gutmanns werfen ihm vor, dass er in seinem Bereich ein Klima gegen Kaiserschnitte geschaffen habe – und die Ärzte deshalb in dieser Nacht zu lange mit dem Eingriff gewartet hätten, bis Emil keine Chance mehr gehabt hätte zu überleben.

    Die Schwangerschaft verläuft ohne Komplikationen. Als aber am 3. November noch immer keine Wehen da sind, bekommt Petra Gutmann ein Gel verabreicht, es soll die Wehen auslösen. Sie wird über die möglichen Wirkungen des Präparats nicht richtig aufgeklärt.
    Sie wird nach Hause geschickt, ohne erfahren zu haben, dass die Geburt nun bald beginnen könnte. Dort angekommen, treten tatsächlich heftige Wehen ein. Die werdende Mutter krümmt sich vor Schmerzen. Ihr Mann fährt sie in die Klinik, dort stellen die Ärzte fest, dass der Muttermund geöffnet ist, aber Emils Kopf dreht sich nicht in den Geburtskanal. Dieser Zustand hält über sechs Stunden lang an.
    Als Emil zehn Minuten nach Mitternacht per Kaiserschnitt auf die Welt kommt, ist er blass und reglos. Er schreit nicht, er stöhnt nur einmal kurz auf.
    Das Baby hat Kindspech – Mekonium – ausgeschieden, den noch im Mutterleib gebildeten Darminhalt, vermutlich durch den vorgeburtlichen Stress.

    Es ist mit dem Fruchtwasser in Emils Lungen gedrungen und hat seine Atmung beeinträchtigt.

    Direkt nach der Geburt versäumt es der Kinderarzt offenbar, das Kindspech ausreichend abzusaugen. Emil bekommt nicht mehr genug Sauerstoff. 65 Minuten nach der Geburt stirbt er. Als er Petra Gutmann in den Arm gelegt wird, ist er bereits tot.

    Bei einer Nachuntersuchung rutscht einem niedergelassenen Arzt die Bemerkung heraus, Emil sei wohl das Opfer der „Kaiserschnittvermeidungsideologie“ von Louwen geworden. Die Gutmanns bekommen nun Zweifel, ob Emils Tod wirklich schicksalhaft war. Sie studieren die medizinische Literatur, lesen Standardwerke der Geburtshilfe. Am Ende sind sie sich sicher, dass menschliches Versagen Emils Tod verursacht hat: Die Ärzte hätten zu lange mit dem Kaiserschnitt gewartet. Als Emil schließlich auf die Welt geholt wurde, hatte das Fruchtwasser durch das Mekonium bereits eine Konsistenz wie Erbsenbrei. … “
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-139341577.html

    !!! Das Kind Emil hat vermutlich aufgrund von Sauerstoffmangel Atembewegungen gemacht, Mekonium und Fruchtwasser waren in seiner Lunge vermutlich nachgewiesen? Beim toten Kind aus Unna wurde weder Fruchtwasser noch Mekonium in der Lunge nachgewiesen!

  6. Dr. Eva Schindele sagt:

    Sehr geehrte Frau Imlau,

    ich bin erstaunt, dass Sie die Urteilsbegründung für bare, wahre Münze nehmen, während Berichte wie mein Hörfunkfeature als faktisch falsch interpretiert wird. Was erwarten Sie von dem Urteil? Schließlich muss das Urteil wegen Totschlags begründet werden und deshalb müssen die Richter auch stringent argumentieren und die Gutachten müssen das Urteil untermauern. Zweifel unerwünscht! Deshalb sind auch diejenigen Sachverständigen, die dagegen sprechen, laut Urteilsbegründung, alle nicht qualifiziert und tendenziös. Und außerdem könnte ich mehrere Stellen nennen wo es defintiv falsch die Fakten darstellt oder verdreht.

    Ich bin auch erstaunt, dass Sie sich nicht an dem polemischen Ton des Urteils stoßen. Macht der nicht misstrauisch? Warum braucht man diese Polemiken, wenn alles so klar ist?
    Für mich, die auch an mehreren Prozesstagen dabei war, ist die Frage im Gericht nicht geklärt worden, woran das Kind letztendlich gestorben ist? Und nur deswegen kann in Deutschland jemand verurteilt werden – nicht weil sie vielleicht unsympathisch ist oder gefühlskalt, wie ihr im Urteil unterstellt wird.

    Als Reaktion auf meinen SZ-Artikel „Im Zweifel“ kamen viele Leserbriefe, u.a. auch der von einer Frau, die schrieb, sie hätte den gynäkologischen Hauptgutachter Feige als frauenverachtend bei ihrer Geburt wahrgenommen. Das kann sein – aber das ist für mich kein Argument, dass man gegen ihn verwenden sollte. Es geht um die sachliche Auseinandersetzung mit seinem Gutachten, das zur Anklage wegen Totschlags geführt und den Prozessverlauf bestimmt hat.

    Ich finde es unfair, Anna R. vorzuwerfen, sie würde sich als Opfer inszenieren. Sie mag in ihrer Art polarisieren, man muss sie auch nicht mögen – aber trotzdem erwarte ich, dass ein Richter mit ihr korrrekt umgeht (wie mit jedem Angeklagten) Leider war das nicht so.

    Ich finde, sich an der Person Anna R. abzuarbeiten überhaupt nicht dienlich für die Diskussion um eine bessere Geburtshilfe. Es geht um unserem Wunsch (ich glaube da stimmen wir überein?) nach einer guten respektvollen Geburtshilfe, die Frauen ernst nimmt, begleitet und unterstützt. Leider schaut die Praxis in den Kliniken oft anders aus. In meiner jahrelangen Beschäftigung im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt habe ich Vieles gehört über Übergriffe, Gewalt und unsachgemäßes Verhalten in den Kliniken. Das soll übrigens niemand freisprechen.

    Freundlichen Gruß
    Eva Schindele

  7. Undine sagt:

    Sehr geehrte Frau Trübner,
    Wie kann denn jemand, der die Angeklagte seit 30 Jahren kennt, selber in dem Beruf arbeitet und eventuell ähnliche Ansichten vertritt, hinter dem Urteil stehen. Damit würden Sie sich ja quasi selber Anklagen. Ich denke nicht, dass so jemand diese ganze Geschichte unvoreingenommen beurteilen kann. Das geht einfach viel zu nahe, was ja nur menschlich ist. Diese furchtbare Diskussion um Recht und Unrecht, die hier aus dem Zusammenhang zu etwas ganz großem gemacht wurde ist mir nicht verständlich. Es wurden Fehler gemacht, ein Kind ist tot und ein Erwachsener muss dafür gerade stehen, so funktioniert unser Rechtsstaat und das ist gut so. Für den Bekanntenkreis vielleicht schwer zu verstehen. Je mehr ich mich mit dem Fall beschäftige, desto mehr Abgründe tun sich mir auf, das ist nicht schön! Und ich bin informiert. Unter meinem kleinen Deckmäntelchen als Hausgeburtsmutti und Frau. Wenn ich den Ursprung möchte, dann gibt es Möglichkeiten fernab der Zivilisation so zu arbeiten, wie ich es möchte ohne angeklagt zu werden, hier aber nicht. Danke Nora Imlau für das Statement.

  8. Sarah sagt:

    Danke.
    Wenn wir wollen, dass Frauen weiter so gebären können, wie sie es selber möchten, ob zu Hause, in der Klinik, per Kaiserschnitt, dann müssen wir dafür sorgen, dass alle Möglickeiten sicher und proffessionell angeboten werden.
    Diese „Hebamme“ hat ihren ganzen Berufsstand in den Dreck gezogen, und anstatt dass andere Hebammen sich von so einem Verhalten distanzieren, kommt ein unheimlicher Koprpsgeist auf, der diese Geschichte auch noch verteidigt.
    Auch unter Hebammen kann es Leute geben, die schlecht arbeiten, wie in jedem anderen Beruf auch.
    Wenn Hebammen ihren guten Ruf behalten (bzw wiedergewinnen wollen, der Anteil an komplett durchgedrehten Esoterikerinnen ist eh schon zu hoch)dann müssen sie dieses Urteil begrüßen.
    Denn solche Urteile machen HAusgeburten sicher. Sclhe Urteile stellen sicher, dass die nächste Hebamme, die sich komplett selbst überschätzt, vielleicht dann doch mal eine riskante Geburt ablehnt oder abbricht.
    Am Ende der Geburt sollte in erster Linie ein gesundes Kind und eine glückliche Mutter stehen, notfalls hlat in einem Krankenhaus, keine Hebamme, die ihren Willen durchgesetzt hat, ein totes Kind und eine schwerverletzte Mutter.

  9. Silvia sagt:

    Zum Glück gibt es jemanden wie Sie, die sich den Urteil gelesen hat. Das habe ich auch getan, nachdem ich einen Artikel in der SZ über den Fall gelesen habe. Ich bin erschüttert darüber wie die Medien berichtet haben. Diese Frau hat den Tod von mehreren Kindern verursacht und eine Reihe von Frauen sinnlos gequält.

    Bitte, nachdem Sie Journalistin sind, tun Sie was Sie können, um die Ereignisse ins rechte Licht zu rücken. Ich bin auch vervechterin einer selbstbestimmte Geburt und habe zwei Kinder ohne Schmerzmitteln, mit der Unterstützung einer Doula, ambulant in einer Klinik geboren, die eine KS-Rate von weniger als 10% hat.

    Bitte tun Sie was!!!

  10. Juliane sagt:

    Fakt ist, dass die Todesursache ungeklärt bleibt und „im Zweifel für den Angeklagten“ gilt.

    Obwohl: Fakt ist auch, dass die von Frau Rockel-Loenhoff beauftragte Fetalpathologin sehr wohl festgestellt hat, dass das Kind wahrscheinlich aufgrund einer Kombination aus einem Herzfehler, einer Lungen- und einer Plazentainsuffizienz nicht lebensfähig war – nicht etwa aufgrund der Geburtsumstände. Warum ihr Gutachten nicht berücksichtigt wurde, erschließt sich nicht.

    Und Fakt ist, dass Frau Rockel-Loenhoff das Kind lebend an den Notarzt übergeben hat.

    Hier 6 Jahre und 9 Monate Haft wegen vorsätzlichem! Totschlag zu geben ist ein krasses Fehlurteil. #nichtinmeinemnamen

  11. Leialora sagt:

    Ich danke dir für diesen Artikel. Das hab ich nicht gewusst und es trifft mich zutiefst!

  12. Guten Tag Frau Imlau,
    ich sehe es hat erneut geklappt. Die Gehirnwäsche seitens des „Rechststaates“ der im Namen des Volkes urteilt. Ich bin Mutter, Frau und auch Hausgeburtenhebamme und ich war zu 4/5 während der Verhandlung bei gEricht anwesend.
    Ich war erschüttert zu erkennen, dassw es nicht um das aufklären des tragischen Todes dieses Kindes ging, sdondern um die klare (beim ersten Termin schon angesagt!!) verurteilung der Hebamme wegen Totschlags. Die begründung würde der Richter schon noch ausfindig machen. Und nachdem Anna KEIN Fehler in ihrer Arbeit nachzuweisen war! Das ist belegt! wurde in ihrer Mesnchlichkeit gesucht. Ich kenne Anna seit über dreißig Jahren, hab niemals eine andere Kollegin so klar und verantwortungsbewußt arbweiten erlebt wie Anna. Ihr war immer klar wie hoch die Verantwortung in der hebammenarbeit ist . Übrigens ihr war auch immer klar, das die Bezahlung dafür ein Almosen ist und nicht im geringsten die Anerkennung dieser verantwortlichen Tätigkeit angemessen bewertet ist. Was übersetzt bedeutet, das keine Hebamme diese Arbeit macht aus Geldgier oder Prestigegeilheit, denn das ist das letzte was es einbringt.
    Anna ist auch Ärztin und hat alles ihr mögliche unternommen um Greta zu reanimieren. Ein Kind dessen Lunge sich nicht entfaltet, kann auch nicht mit Gewalt gezwungen werden dies zu tun, es gewht nicht. Das war das eRgebnis der Rechtsmedizinischen auswertung. Die Lunge hat sich nicht entfaltetz. Dies ist weder dem Hotelzimmer zuzuschreiben noch dem fehlenden CTG (es heißt CTG nicht DTC). Es gibt sie die beiden Wege diese tragische ERfahrung zu betrachten. Die der klassischen Schulmediziner…die sie ja anscheinend auch schon kennengelernt haben. All jene, die sofort alles bweisbar ist umsetzen und als Recht und Gese3tz einfordern und dann alsbald behaupten, dass es tödlich enden muss wenn es anders gehandhabt wird und Jene, die das genau anders erfahren haben und leben. Das sind z.B. Hebammen die immer noch bereit sind Hausgeburten zu begleiten, weil eine Geburt weder tödlich endet(wenn sie nicht in den o.g. Regeln gehandhabt werden) noch eine per se gefährliche Angelegenheit ist. Und ganz ehrlich ein Hotelzimmer ist auch kein Ort der Tod bringend ist für eine Geburt, nur eben nicht das Eigene Wohn oder Schlafzimmer. Was bitte ist daran fragwürdig?? Zudem noch für eine Schwangere die sich schon sehr eingehend mit dem Thema Geburt befasst hat, weil sie selber Hebamme werden will. Einer Frau, die wenige Tage nachdem sie erfährt das ihr Kind sich in eine andere Geburtslage manövriert hat, in ein Flugzeug steigt und nach Deutschland fliegt um in jedem Fall ihr Kind NICHT mit einem Kaiserschnitt zu gebären. Ürigens lt. Fluggesellschaft unerlaubter weise drei Wochen vor Geburtstermin, also hochschwanger- demnach nur mit einem gefälschten Gesundheitszeugnis, der weniger als 7 Schwangerschaftsmonate bezeugt.
    ich zitiere sie:“Gretas Geburt war eine durch und durch fremdbestimmte Hotelgeburt, bei der ein Kind lebend zur Welt kam und kurz danach starb, weil seine Hebamme es nicht für notwendig hielt, rechtzeitig einen Notarzt zu rufen.“ FRinden sie sich nicht selber ein bischen selbstherrlich und selbstgerecht wenn sie Tatsachen, die sie nicht wirklich kennen oder deren Inhalt sie nicht beherrtschen so wiedergeben?
    Diese Frau hat sehr wohl schon vorher genau gewusst wie hoch die Risiken sind, und warum und DAS sie ihr Kind aus Beckenendlage nur da gebären kann wo es erlaubt und möglich ist. Soviel Selbstbestimmung hat sich die Schwangere Mutter von Greta erlaubt!Sowas machen nur SEHR sehr wenige Frauen – ich kenn keine und das nach 35 Jahren!
    Ich bin erschüttert und empört über Ihr parteilisches Statement,das sie hier abgeben – unter dem dEckmäntelchen „selber Hausgeburt“ das ja nun auch Frauen lesen, die noch weniger Ahnung haben als Sie. Sie erscheinen mir als wenig verantwortungsbewußt was ihre eigene Hausgeburt anbelangt, sonst hätten sie ganz dem ermessen des Richters so etwas niemals gewagt. Auch Eltern tragen Verantwortung wenn sie sich für eine Hausgeburt entscheiden. Gretas Eltern waren sehr detailliert aufgeklärt durch die Klinik in Frankfurt und lehnten trotzdem das Krankenhaus procedere ab, im Gegenteil sie suchten die “ für sie stimmige Variante“. Das dies nach dem Tod von Greta alles „nicht so “ gewesen sein soll…zeigt von unreife der Eltern und fehlendem Rückrat.
    Ihr daraus folgender Satz ist anmaßend und enbehrt jeder Wahrheit und sie sollten sich schämen hier so laut zu tönen.
    Sie verbauen Frauen die für sich eine Möglichkeit zu gebären suchen , damit jeden Weg in ihre Kraft und und ihr Wissen über ihre ureigene Fähigkeit zu gebären zurück zukehren in die Weibliche Macht. Sie implizieren damit dass Frauen Dummerchen sind und in Greta´s Fall von der Hebamme A.R.L. benutzt wurden.
    Wo unterscheiden sie sich eigentlich von Jenen über die sie Urteil zu sprechen?

    Wenn ich nett wäre würde ich sagen, Sie haben aus ihrem Blickwinckel ja recht und es ist wichtig, das unschuldige Lämmer, äh Frauen, vor solchen Hebammen gewarnt werden. Aber ich bin nicht nett ich bin sauer über soviel Unverfrorenheit und das auch noch laut.

    Im übrigen haben sie die Länge des Urteils auf ca. 200 Seiten gekürzt.

    Es ist mehr als doppelt so lang, die3 Beweismittelliste hier noch nicht mitgezählt. Ihnen ist die Hälfte entgangen. Das was sie lesen sollten haben sie gelesen und stimmen ein in den Chor der Richter.
    Herzlichen Glückwunsch.

    Sie waren nicht im Gericht, sie haben das gemacht von dem der Richter hoffte das es Alle die es lesen werden tun : Sie glauben diesen Mist der da steht. Und weil es so detailliert ist, muss es stimmen.?

    Hebammen sind in den Augen des Richters -laut seinem Plädoyer vor der Urteilsverkündung -Verantwortluungslose Nestbeschmutzer, die die gute ärztliche Arbeit bei der Schwangeren Frau und ihrer Geburt mit Dreck besudeln. Quasi als Dank dafür das sie uns in diese Nische lassen. Wir gehören in den Augen des Richters in die Ecke des Rotlichtmilieus und sind nicht besser als die Frauen dort und deren Lottel…pfui.

    Der Richter hat Zeugen so geschickt befragt, das sie ihre ursprüngliche gute Meinung über ihre Zeit mit Anna anders bewerteten. Manche weinten und waren entsetzt als ihnen klar wurde wie sie bei der Befragung ihre ursprüngliche Haltung verliessen um dem Richter Recht zu geben.
    Zeugen, die wunderbare Tage durch Anna erlebt haben, denen es gut ging, die sich sicher und ernstgenommen fühlten. Die ihre Verantwortung bei dem was sie erlebten trugen und wussten, es gibt Dinge die verursacht niemand, die sind so weil es menschelt und es nicht immer hilft Schuldige zu suchen.
    Die Art der Vernehmungen war zumindest bei den pro Anna Zeugen eindeutig manipulativ und war weder fair noch enstsprach das der in der BRD üblichen Gerichtsbarkeit.
    Nur wer da war weiss das. Und ICH war da. Ich habe aufgehört Hausgeburten zu begleiten weil ich mit mener Geisteshhaltung – den Frauen ihren Weg zu ermöglichen- Gefahr laufe die nächste zu sein. Ich habe wunderbare gEburten begleiten dürfen, übrigens wenige zum abg3eben, da viele fRauen durch meine Arbeit in ihre Kraft und an ihr Wissen andocjken konnten und keine Schwierigkeiten produzieren mussten, die ein Eingreifen erforderlich machte. Dies ist auch Geburtshilfe und durchaus als gute Geburtshilfe zu betrtachten – je nachdem von wo aus mqan schaut.
    Wenn wir frauen uns so leicht von Männern- mit Macht- sagen lassen können wie wir zu denken haben, dann wird es noch lange dauern, bis wir wieder spüren und es auch dürfen was wir wirklich brauchen – und was wir wirklich können. Eins ist sicher: wir haben das intuitive Wissen das gEburt richtig und wichtig ist, das wird uns kein Richter absprechen – egal wieviele von uns er verurteilt. Dies sage ich als Hebamme und vor allem als Frau und Mutter und als kritische Therapeutin, die vor allem mit fRauen arbeitet, die ganz entsetzliche gEburten im Krankenhaus erleben mussten.
    Barbara Trübner 3.07.2016

  13. Irene Müller sagt:

    „oder wenn behauptet wird, Mekoniumabgang bedeute immer Stress beim Kind (gerade bei BEL-Geburten stimmt das nicht!), “
    Das lese ich in dem Urteil nicht. In Absatz 860 wird sehr wohl differenziert, dass Mekoniumabgang in der Endphase der Geburt bei BEL rein mechanisch erklärt werden kann; nicht aber einige Stunden vorher, wie es hier der Fall war.

  14. Katharina sagt:

    Ich danke Dir für Deine großartigen Worte – dachte schon, ich stehe mit dieser Ansicht und Einsicht allein da, übersehe ggf. etwaige Details, da natürlich sofort ein Angriff auf die außerklinische Geburtshilfe vermutet wird wenn im Zuge einer Hausgeburt, geplant oder nicht, ein Kind verstirbt. Umso wichtiger, wie detailliert und fundiert Du den Fall schilderst und Dich klar positioniert. Chapeau und ich bin ganz bei Dir <3 Alles Liebe, Katharina

  15. Anja Freist sagt:

    Hut ab, liebe Nora!
    Du bringst auf den Punkt, was ich mir bisher nur im stillen Kämmerlein dachte. Nach dem Lesen des Urteils konnte ich gar nicht glauben, dass der Tenor auch „in unseren Kreisen“ noch immer so einseitig ausfiel.
    Danke.

  16. X.Hasenschwanz sagt:

    Daumen hoch!

  17. eileen schmitt sagt:

    nora imlau, du lehnst dich ziemlich weit aus dem fenster. es ist was anderes, ob man beim prozess dabei war oder nur das urteil liest. es steht einem journalisten gut zu gesicht, wenn er sich sein kritisches denken bewahrt, was hier aus meiner sicht völlig abgeht. man kann das urteil gut oder schlecht finden, aber dass anna kein mörder ist, dass sie das kind nicht vorsätzlich getötet hat, das sollte eigentlich klar sein. und ich widerspreche dir auch, wenn es um die zukunft der hausgeburt geht: die sieht nicht rosig aus nach diesem urteil, dieses urteil wird sehr wohl sehr negative auswirkungen auf die außerkl. geburten haben! ich hoffe, deine und meine kinder finden in 20 jahren dann überhaupt noch eine hebamme!

  18. Danielle sagt:

    Vielen Dank für diese wirklich aufschlussreiche Zusammenfassung des Sachverhaltes. Es ist einfach nur unfassbar, was diese Frau getan hat.

  19. Katharina Hartmann sagt:

    Liebe Nora,
    ja, das Urteil ist sehr gut und überzeugend und „professionell“ geschrieben. Der Text ist in sich sehr schlüssig und es wird eine sehr überzeugende „Wahrheit“ entworfen, die Anna als ein Monster dastehen lässt. Und das sehr überzeugend.

    Aber es steht so vieles NICHT in diesem Urteil. Der Richter hat soviel Dinge nicht angenommen, nicht zugelassen, nicht in das Urteil einfließen lassen. Es wird darin soviel verschwiegen, vertuscht, vereinfacht.

    Genau darin besteht der Skandal: Wer das Urteil liest, muss Anna für ein Monster halten.
    Aber das Urteil hat nicht die „Wahrheit“ gefunden, sondern „eine Wahrheit“ erschaffen….. und genau das darf mEn in einem Rechtsstaat nicht sein….